Tierbefreiung 116

Ableismus schafft eine wesentliche Grundlage für weitere Hierarchisierungen und Unterdrückungsformen, wie Speziesismus, Rassismus und Sexismus … und spiegelt sich vielfach in unserer Sprache, unserem Handeln und unserem Denken wider. Mit dem vorliegenden Titelthema ist es uns daher ein Anliegen, uns intensiv den komplexen Themen Ableismus und be_hinderungen im Besonderen zu widmen, Impulse für die Tierbefreiungsbewegung zu setzen und Sensibilität und Solidarität zu generieren und uns der nötigen Selbstkritik zu stellen.

Mit der Schreibweise „be_hinderungen“ möchten wir zum Ausdruck bringen, dass physische oder psychische Fähigkeiten nicht das sind, was eine Person ausmacht oder charakterisiert. be_hinderungen sind das Ergebnis einer Vielzahl von Barrieren in Umwelt und Köpfen, auf deren Konstruiertheit wir hinweisen möchten.

Editorial

Liebe Lesende,

ich freue mich, Euch zu der Ausgabe mit dem Titelthema be_hinderungen begrüßen zu dürfen. Bei Vorbereitung, Recherche und Korrektur zu diesem Thema ist mir noch einmal aufgefallen, wie sehr Ableismus in seinen ganzen Ausprägungen, unsere Gesellschaft durchzieht. Seien es meine eigenen Ableismen oder die der Bewegung – wir müssen uns bessern. Sowohl für die davon betroffenen Tiere (inkl. Menschen), wie aber auch für die Befreiung aus Unterdrückungs- und Machtstrukturen.

Die Diskriminierung aufgrund vermeintlicher oder zugeschriebener abweichender Fähigkeiten stellt die eigentliche be_hinderung ansich dar. Denn letztlich ist es so, dass nicht irgendwelche von einer vermuteten Norm abweichenden Unterschiede Individuen hindern, sondern oftmals die künstlichen Barrieren, die durch die Umwelt erschaffen werden. Gerade die Berichte von sowohl Menschen wie auch nichtmenschlichen Tieren in dieser Ausgabe verdeutlichen, wie wichtig Inklusion und der Abbau von Hürden und Barrieren ist. Und vor allem welch großen Beitrag schon kleinste Dinge machen können.

Wie immer hoffen wir in der Redaktion, dass die Zusammenstellung von Beiträgen und Einreichungen einen interessanten Überblick verschafft, der vielleicht sogar zu weiterführender, eigener Beschäftigung anregt. Insbesondere finde ich die Diversität von Stilen und Blickwinkeln wichtig, die wir versuchen in allen Titelthemen einzubauen. Die TIERBEFREIUNG lebt von Einreichungen aus der Bewegung, wie wir sie auch wieder in dieser Ausgabe finden. Daher laden wir Euch ein; beteiligt Euch mit Artikeleinsendungen, Lesenden-Briefen – oder vielleicht habt Ihr sogar Lust bei uns in der Redaktion mitzumachen.

Zum aktuellen Thema passend, sind wir eigentlich kontinuierlich dabei, Barrieren abzubauen und das Magazin inklusiver zu machen, sowohl für die Lesenden wie auch die Schreibenden. So wird es hoffentlich schon zur nächsten Ausgabe ein paar nette Neuerungen geben.

Alan Schwarz

Aus dem Titelthema:

  • Ableismus und be_hinderungen
  • Ich kann was, was du nicht kannst
  • Crip Humanimal
  • Anti-Ableismus
  • Sehbehinderungen und veganer Aktivismus
  • Ungehindert glücklich
  • Zoos machen Tiere krank

Aus dem Inhalt:

  • Tierleben versus Burnout
  • Britisches Parlament erkennt Fische an
  • Pelzcheck 2022
  • Keine Affentransporte mehr bei Air France
  • 20 Jahre Tierschutz im Grundgesetz
  • Demolyrik kritisch hinterfragt
  • Neu: Kinderbroschüre gegen Zoos und Tierparks
  • Hofupdate Schweinehund e.V.
  • Happy Kuh e.V. – Lebenshof für sanfte Riesen
  • Quartalsreport: Befreiungen und Sabotagen